Der Bildausschnitt zeigt den mit Wollfäden applizierten Karorock einer jungen Frau, die auf einer grauen Lederlandschaft steht.
  • Jahr 1999
  • Auflage Edition 4/10
  • Material/Technik 1-Kanal-Video (Farbe, Ton) Projektion oder Monitor
  • Maße Variabel
  • Laufzeit 1' 18''
  • Gattung Medienkunst
  • Sammlung Sammlung Goetz, München

Wolle ist das bevorzugte Material der Künstlerin Rosemarie Trockel. In der künstlerischen Produktion galt dieser Werkstoff lange als minderwertig, weil er vor allem im Kunsthandwerk zum Einsatz kam. Gleichzeitig war er einer der klassischen Materialien, mit denen Frauen arbeiteten. Trockel hat diese Stereotype in ihren Bildobjekten und Kleidungsstücken aus maschinell gefertigten Strickstoffen in subversiver Weise thematisiert. Ein auffällig geschnittener Rock aus grob gewebtem Wollstoff mit langen Fransen steht auch im Zentrum des kurzen Videofilms Pausa. Er wird von einer jungen Frau getragen, die ein kleines Zimmer betritt, sich entkleidet und den Rock mit einer einzigen Handbewegung in eine Decke verwandelt, um es sich darunter gemütlich zu machen. Trockel fängt diese eigentlich belanglose Handlung mit einer einzigen Kamerafahrt ein und lenkt den Blick auf die Materialität und Details. So steht der wärmende Wollstoff im starken Kontrast zu dem kargen Zimmer und dem mit grauem Kunststoff bezogenen Bett. Drei Jahre später verarbeitete Trockel die Szene aus diesem Video in einer Skulptur, die sich ebenfalls im Bestand der Sammlung Goetz befindet.