Sterling Ruby

* 1972

Ruby wurde 1972 auf dem amerikanischen Luftwaffenstützpunkt Bitburg in Deutschland als Kind eines Amerikaners und einer Holländerin geboren. Schon als Kind entwickelte er eine Begeisterung für das Zeichnen und lernte von seiner Mutter nähen. 

1995, während seines Studiums an der Pennsylvania School of Art and Design in Lancaster besuchte er eine Bruce-Nauman-Retrospektive im Museum of Modern Art, die seinen Zugang zur zeitgenössischen Kunst maßgeblich veränderte: Naumanns unorthodoxer Umgang mit Alltagsgegenständen erschien ihm wegweisend. Zugleich erkannte er in dessen Auseinandersetzung mit den psychischen Abgründen der Gegenwartskultur Themen wieder, die ihn seit seiner Jugend in den konservativen, ländlichen Regionen der USA beschäftigten.

2002 schloss er sein Studium am Art Institute of Chicago mit einem Bachelor ab und ging 2003 nach Los Angeles, um sich für ein MFA-Programm am Art Center College of Design in Pasadena einzuschreiben. Von 2003-2005 arbeitete er dort auch als künstlerisch-wissenschaftlicher Mitarbeiter von Mike Kelley.

Seinen künstlerischen Durchbruch erlebte Sterling Ruby Mitte der 2000er Jahre. Für sein frühes Werk waren Videoarbeiten entscheidend. Über die Jahre sind Medien wie Bronze, Keramik, Malerei und Textil hinzugekommen, die in ihrer Vielfalt einen entscheidenden Aspekt von Rubys Oeuvre ausmachen. 

Seine Arbeiten sind teils gegenstandslos, setzen sich aber auch mit konkreten Themenkomplexen wie dem Gefängniswesen in den USA auseinander. Ruby steht formal in der Tradition der amerikanischen Moderne und des Minimalismus. Gleichzeitig untersucht sein Werk die Spannung zwischen individuellem Ausdruck und gesellschaftlichen Zwängen und bezieht dabei Ideen der posthumanistischen Philosophie ein.

Rubys Arbeiten sind in zahlreichen renommierten privaten und öffentlichen Sammlungen vertreten. Sein Werk findet außerdem Anerkennung in internationalen Solo- und Gruppenausstellungen an Häusern wie dem National Museum of Modern Art in Osaka, dem Wiener Belvedere und dem Museum of Contemporary Art, Los Angeles.