Mona Hatoum wurde 1952 als Kind einer palästinensischen Familie in Beirut geboren. Als 1975 der libanesische Bürgerkrieg in ihrem Heimatland ausbrach, befand sie sich auf einem Auslandsaufenthalt in London und konnte nicht in den Libanon zurückkehren. In dem Videofilm Changing Parts (1984) thematisiert sie fast 10 Jahre später die Gefühle von Angst, Hilflosigkeit und Heimweh, die sie nach der Trennung von ihrer Familie überfielen. Der Film beginnt mit Überblendungen von Schwarz-Weiß-Fotografien aus dem Badezimmer ihres Elternhauses in Beirut und wird begleitet vom Klang der vierten Suite für Violoncello von Johann Sebastian Bach. Ab der Mitte des Filmes mischen sich kurze Sequenzen aus ihrer auf Super-8-Film dokumentierten siebenstündigen Performance Under Siege, die sie 1982 bei der London Film-Makers’ Co-op aufgeführt hatte. Man sieht die Künstlerin nackt in einem mit Schlamm gefüllten Becken aus Plexiglas gefangen, aus dem sie zu entkommen versucht. Der Sound besteht aus Störgeräuschen von Nachrichtensendungen. In ihrem Video Changing Parts zeigt Hatoum den harten Kontrast zwischen zwei unterschiedlichen Lebens- und Gefühlswelten, denen sie als junge Frau in ihrem unfreiwilligen Exil in London ausgesetzt war.