Laurie Simmons

*1949

 

Laurie Simmons wurde 1949 in Far Rockaway, Queens, geboren und wuchs in Great Neck, Long Island auf. Ihre Kindheit inmitten der vorstädtischen Nachkriegskultur der USA ist ein wichtiger Ausgangspunkt für ihr gesamtes fotografisches Werk, das Themen wie gesellschaftliche Konventionen, Genderrollen und Konsumkultur in Miniaturwelten aus Spielzeug verdichtet.

Simmons studierte an der Tyler School of Art and Architecture und wurde dort vor allem in den klassischen Disziplinen der Malerei und Bildhauerei ausgebildet. Nach dem Abschluss ihres Bachelorstudiums lebte sie kurz in einer feministischen Kommune im Norden des Bundesstaates New York, bevor sie 1973 nach New York City zog und dort ihr Interesse an der Fotografie entwickelte.

Die New Yorker Fotografieszene der 1970er Jahre war geprägt von der neu aufkommenden Konzeptfotografie, die den Status der Kunst als Idee gegenüber der Kunst als Ware behauptete. Gleichzeitig begann die Fotografie bewusst, mit ihrer Verwandschaft zur Populärkultur zu spielen, anstatt sie zu kaschieren. Auch Simmons charakteristische Miniaturwelten nehmen hier ihren Ausgangspunkt. Für den Katalog einer Spielzeugfirma fotografierte sie Badezimmer- und andere Puppenhausmöbel – Spielzeug, das sie bereits seit ihrem Studium sammelte. Die Nähe dieser Objekte zur Vorstadtkultur ihrer Kindheit inspirierte Simmons zu den ersten Fotografien en miniature, die in dicht gedrängten Puppenstuben die Enge des Hausfrauendaseins der 1950er Jahre einfangen.

Mit diesem Fokus auf die ideelle Dimension der Fotografie zählt Laurie Simmons neben Figuren wie Richard Prince, Cindy Sherman und Sherrie Levine zur Pictures Generation, die für ihr Interesse an der Rolle des Bildes im Zuge der zunehmenden Medialisierung bekannt ist. Allerdings teilen ihre Arbeiten, die dem fröhlichen Glanz der Spielwaren einen melancholischen Unterton verleihen, nicht immer die oft kühle, medientheoretische Bildsprache ihrer Zeitgenoss*innen. Eine Vorliebe für Narration und animierte Bildwelten zeigt sich beispielsweise in Simmons erstem Film The Music of Regret, in dem Meryl Streep inmitten einer belebten Puppenwelt spielt.

Simmons Arbeiten sind in wichtigen internationalen Kunstsammlungen vertreten. Ihre Karriere wurde durch frühe Ausstellungen an Orten wie dem MoMA PS1, die Teilnahme an der Whitney Biennial sowie spätere Retrospektiven im Modern Art Museum of Fort Worth und im Museum of Contemporary Art Chicago geprägt.