Schwarzweißzeichnung einer Person im Anzug, die mit hinter dem Rücken verschränkten Händen von links nach rechts schreitet, den Betrachtenden ist der Rücken zugewandt.

The Last Clown, b/w version

Francis Alÿs

  • Jahr2001
  • AuflageEdition 4/4 (+ 1 AP + 1 EC)
  • Material/Technik1-Kanal-Videoinstallation (s/w, Ton), Zeichnung
  • MaßeZeichnung: 29,2 x 37 cm
  • Laufzeit3' 52'' Loop
  • GattungMedienkunst
  • SchlagwörterAlltag
    Clown
    Bewegung
    Hund

„Hunde sind die besten Freunde des Menschen“ heißt es in einem bekannten Sprichwort. Bei den Werken des belgischen Künstlers Francis Alÿs trifft das jedoch wenig zu, denn der Hund ist dort ein Störfaktor, wo immer er auftaucht. Die alltäglichen Begegnungen von Mensch und Tier haben dabei oftmals eine humorvolle Komponente, wie etwa in dem Film The Last Clown (2001). In dieser kurzen Animation erfasst Alÿs zeichnerisch das Missgeschick eines in Gedanken versunkenen Spaziergängers, der scheinbar über einen vorbeilaufenden Hund stolpert. Das flackernde Schwarz-Weiß-Bild, die begleitende Jazzmusik und das schadenfreudige Gelächter des Publikums im Hintergrund wecken Erinnerungen an bekannte Slapstickszenen aus der Frühzeit des Films.
Die kurze filmische Sequenz ist als Loop dargestellt. Schaut man bei der endlosen Wiederholung der Szene jedoch genauer hin, wird erkennbar, dass der Mann gar nicht über den Hund stolpert. Bringt ihn etwa der vermeintlich freundlich wedelnde Schwanz des Tieres zu Fall oder reicht schon sein bloßes Auftauchen, um den nachdenklichen Passanten aus dem Konzept zu bringen?
The Last Clown bezieht sich auf ein reales Erlebnis von Francis Alÿs. Auf einem Spaziergang mit seinem Freund, dem mexikanischen Kunstkritiker Cuauhtémoc Medina, war dieser ohne sichtbaren Grund gestolpert und gestürzt. Die beiden hatten zuvor heftig über Kunst diskutiert. In Erinnerung an diese sonderbare Begebenheit hat Alÿs dem Protagonisten seines Films die Gesichtszüge seines Freunds gegeben.
Nicht domestizierte Hunde sind im Werk von Alÿs eine Allegorie auf die chaotischen Zustände in seiner Wahlheimat Mexiko und verkörpern ein Gefühl von Freiheit. Der in Antwerpen geborene Künstler kam nach seinem Architekturstudium als Ingenieur nach Mexiko City. Dort begann er als Autodidakt die Stadt mit seinen filmischen Spaziergängen zu erkunden, die zum Ausgangspunkt für sein gesamtes künstlerisches Werk in seiner medialen Vielfalt wurden.

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