Filmausschnitt, © Cyrill Lachauer

32 m.ü.NHN. - 114,7 m.ü.NHN. (II)

Cyrill Lachauer

  • Jahr 2012
  • Auflage Edition 1/3 (+ 1 a.p.)
  • Material/Technik 1-Kanal-Videoprojektion HD (Farbe, Ton)
  • Maße Variabel
  • Laufzeit 15' 06'' Loop
  • Gattung Medienkunst

Die Musik ist ein zentrales Element in den Filmen und Videos von Cyrill Lachauer. Sie wird nicht als inhaltliche Brücke eingesetzt, sondern ist vielmehr eine eigenständige dramaturgische Komponente, die unterschiedliche Emotionen und Erinnerungen beim Betrachter weckt. So auch in dem Film 32 m.ü.NHN. - 114,7 m.ü.NHN. (II), der in Kooperation mit dem Komponisten und Künstler Ari Benjamin Meyers entstanden ist. Er hat den suggestiven Sound zu der Filmarbeit komponiert, in der es um die Vermessung von Landschaft und Natur geht.

Fast zwei Minuten sind nur dröhnende Basssequenzen mit Trommelgeräuschen zu hören, ohne dass Bilder zu sehen sind. Dann füllen farbige Rauchschwaden, die von pulsierenden Rot zu Orange, über Weiß, Gelb und Grün bis hin zu Blau wechseln, die Bildfläche. Cyrill Lachauer hat dafür farbige Rauchpatronen an unterschiedlichen Stellen in Berlin gezündet – vom niedrigsten Punkt den Havelseen bis hin zum Müggelberg. Aber es sind weder die Orte noch der performative Akt zu sehen. Die Bilder bleiben abstrakt, genauso wie die elektronische Musik, die das faszinierende bildgewaltige Schauspiel begleiten.

Informationen über den Hintergrund gibt der etwas kryptisch anmutende Titel 32 m.ü.NHN. - 114,7 m.ü.NHN. (II). In der Geografie wird die Abkürzung „m.ü.NHN.“ für „Meter über Normalhöhennull“ verwendet. Dabei handelt es sich um eine Höhenbezugsfläche im Deutschen Haupthöhennetz, die durch den Normalnullpunkt verläuft. Lachauer folgt bei seiner künstlerischen Form der Landvermessung aber nicht den wissenschaftlichen Angaben, sondern hat die Orte mit einem eigenen subjektiven Farbsystem verknüpft. 

„Auf der einen Seite ging es mir um die Verschleierung, das Ausschalten der Landschaft, was ja auch in der Kartografie passiert, in der der Raum durch eine Farbe ersetzt wird. Der Rauch verweist aber auch auf die Zerstörung, die mit der Kartografie und den Eroberungen einherging“, erklärt Lachauer, der sich auch in anderen Arbeiten mit den Auswirkungen europäischer Kolonialisierung bis in die Gegenwart beschäftigt. Im Haus der Kunst war seine Einzelausstellung Cyrill Lachauer. I am not sea, I am not land 2020/21 zu sehen, in der es um die Idee von Land in den unterschiedlichsten Ausformungen geht.

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