In ihrem Videofilm Measures of Distance thematisiert Mona Hatoum die Gefühle von Verlassenheit und Heimatlosigkeit, die sie nach der Trennung von ihrer Familie in Beirut empfunden hatte. Als 1975 der libanesische Bürgerkrieg ausbrach, war sie gerade auf Besuch in London und konnte nicht in ihr Heimatland zurückkehren. Sie entschied sich in London zu bleiben und dort Kunst zu studieren. Der 1988 entstandene, autobiografische Film basiert auf Standbildern von ihrer Mutter unter der Dusche und einem Gespräch zwischen den beiden, welches sie bei einem Besuch 1981 in Beirut aufgenommen hatte, sowie auf einem Briefwechsel aus der Zeit der Trennung. Die Texte in arabischen Schriftzeichen legen sich wie ein Gitter über die Bilder vom nackten weiblichen Körper. Hatoum liest aus diesen Briefen in englischer Sprache, während im Hintergrund ein lebhaftes Gespräch von Mutter und Tochter auf Arabisch zu hören ist. Im Laufe des Films vergrößert sich der Abstand zu den Körperbildern, die langsam in der Dunkelheit verschwinden. Auch das Gespräch der beiden Frauen verstummt. Es bleibt die Stimme von Mona Hatoum vor dem schwarzen Screen.